winINV Inventur durchführen
Inventur mit winINV vorbereiten: Lagerpfad prüfen, Inventur-Neu ausführen, zählen, Export/Import sichern, Abgangsrückstellung einordnen und Abschluss kontrollieren.
Zweck von winINV
winINV arbeitet mit einer eigenen Inventurdatei. Die Lagerdaten werden für die Erfassung übernommen, aber das Lager wird erst mit der Funktion Abschluss aktualisiert. Dadurch können Zähllisten, Korrekturen und Exportdateien vor der Übergabe geprüft werden.
Vorbereitung
- Aktuelle Datensicherung erstellen und prüfen.
- Den richtigen Daten- bzw. Lagerpfad prüfen, z. B.
C:\wintfs\dataoder bei Filialen den passenden Filialpfad. - Bei Netzbetrieb festlegen, welcher Arbeitsplatz Inventur-Neu und später den Abschluss ausführt.
- Scanner, Tastatur und Erfassungsplätze testen.
- Vor Beginn klären, ob zum Stichtag eine Abgangsrückstellung benötigt wird.
Inventur-Neu erzeugen
- In winINV den korrekten Lagerpfad eintragen oder auswählen.
- Die Funktion Inventur / Neu ausführen.
- Prüfen, ob bekannte Artikel aus dem richtigen Lager sichtbar sind.
- Erst danach mit der Erfassung beginnen.
Wichtig: Wenn kein Zugriff auf das Lager möglich ist, kann eine Inventur über Export/Import von einem Arbeitsplatz übernommen werden, der Zugriff auf das Lager hatte. Das muss vor dem Zählen passieren.
Abgangsrückstellung einordnen
Die Abgangsrückstellung ist keine Bestandskorrektur. Sie setzt Bewegungswerte für einen neuen Zeitraum zurück. Der aktuelle Lagerbestand bleibt rechnerisch gleich, weil bisherige Abgänge in den Zugang bzw. Vorjahreswert überführt werden.
| Wert | Vor der Rückstellung | Nach der Rückstellung |
|---|---|---|
| Zugang | Enthält bisherige Zugänge. | Wird um bisherige Abgänge reduziert. |
| Abgang | Enthält bisherige Verkäufe und Abgänge. | Wird auf 0 gesetzt. |
| Vorjahresabgang | Alter Rückstellwert. | Erhält den bisherigen Abgangswert. |
| Bestand | Zugang minus Abgang. | Bleibt rechnerisch gleich. |
Die übliche Reihenfolge ist: Datensicherung, letzte Lagerbuchungen prüfen, Abgangsrückstellung, Inventur-Neu, zählen, kontrollieren, sichern und abschließen.
Erfassung
Je nach Arbeitsweise kann normal, schnell oder per Express-Scan erfasst werden. Korrekturen werden getrennt geführt. Wenn z. B. 100 Stück gezählt und 3 Stück korrigiert werden, ergibt sich ein Endbestand von 97 Stück.
Export/Import als Pflichtsicherung nutzen
Die Export-/Import-Funktionen sind nicht nur für Filialen sinnvoll. Sie sichern auch den Zählstand und helfen, mehrere Erfassungsplätze sauber zusammenzuführen.
- Nach größeren Zählschritten einen Export erzeugen.
- Exportdateien je Arbeitsplatz getrennt aufbewahren.
- Beim Import bewusst entscheiden, ob Daten addiert oder ersetzt werden sollen.
- Nach dem Import Summen und Stichprobenartikel prüfen.
Mehrere Filialen oder Erfassungsplätze
Bei Filialen muss vor dem Abschluss der Zielpfad stimmen. Beispiel: Filiale 1 darf nicht versehentlich in den Datenpfad der Zentrale oder einer anderen Filiale abgeschlossen werden.
- Filialpfad vor dem Abschluss sichtbar prüfen.
- Export jeder Zählstation aufbewahren.
- Zusammengeführte Summen gegen die Einzelsummen prüfen.
- Bei Unsicherheit vor dem Abschluss Support einbeziehen.
Abschluss
- Zähllisten, Differenzen und Summen prüfen.
- Inventurdaten per Export sichern.
- Abschluss nur ausführen, wenn der Datenpfad korrekt ist.
- Nach dem Abschluss Lagerwerte in winTFS stichprobenartig prüfen.
Häufige Fehler
- Inventur-Neu vergessen: Es werden alte Inventurdaten weiterverwendet.
- Falscher Datenpfad: Artikel fehlen oder stammen aus dem falschen Lager.
- Export nicht gesichert: Mehrplatz- und Filialzählungen sind schwer rekonstruierbar.
- Abschluss zu früh: Ungeprüfte Zählwerte werden lagerwirksam.
- Abgangsrückstellung verwechselt: Sie korrigiert keine falschen Bestände, sondern setzt Bewegungswerte zurück.
Wenn während der Inventur weiter verkauft wird, nutzen Sie zusätzlich die Anleitung Inventur bei laufendem Verkauf.