Epson TM-m30 und TSE: microSD erkennen und sicher auf USB wechseln
Dieser Beitrag zeigt, welche Varianten der Epson-TM-m30-Serie für microSD- oder USB-TSE geeignet sind. Außerdem erklärt er den mechanischen Austausch von OT-UH30, microSD-TSE und USB-TSE sowie die anschließende kontrollierte Einrichtung in winTFS.

So sehen die beiden Epson-TSE-Bauformen aus


Kurzantwort: Eine im Drucker eingesetzte microSD-TSE grenzt das Modell ein, identifiziert es aber nicht eindeutig. Die aktuell von Epson genannten TM-m30II-Varianten H, NT, S und SL sowie alle TM-m30III-Modelle unterstützen microSD-TSE und USB-TSE direkt im Drucker. Beim alten TM-m30/TM-m30F und beim Standard-TM-m30II mit OT-UH30-Upgrade ist zwar USB-A-Hardware vorhanden, der direkte USB-TSE-Betrieb im Drucker ist durch Epsons aktuelle Kompatibilitätsliste jedoch nicht belegt. In diesem Fall wird die USB-TSE nach Freigabe am Windows-Kassen-PC angeschlossen.
Welche TM-m30-Modelle unterstützen welche TSE?
Epson unterscheidet nicht nur nach Generation I, II und III, sondern auch nach dem Suffix hinter der Modellbezeichnung. Genau dieses Suffix ist für die Fiskalhardware entscheidend.
| Modellgruppe | microSD-TSE | USB-A vorhanden | USB-TSE direkt im Drucker | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| TM-m30F | Ja, als Fiskalmodell integriert bzw. ausrüstbar | Ja | Nicht in der aktuellen Epson-Liste genannt | USB-TSE am Kassen-PC; Druckeranschluss nur nach ausdrücklicher Freigabe |
| TM-m30 (erste Generation) | Nur mit altem OT-UH30 Fiskal-/Upgrade-Kit | Ja; beim Upgrade zusätzlich vom Kit abhängig | Nicht in der aktuellen Epson-Liste genannt | USB-TSE am Kassen-PC |
| TM-m30II Standard | Nur mit dem nicht mehr regulär erhältlichen OT-UH30 MicroSD-Hub | Ja | Nicht in der aktuellen Epson-Liste genannt | USB-TSE am Kassen-PC |
| TM-m30II-H / -NT | Ja, integrierter microSD-Steckplatz | Ja | Ja | Freien Datenport, Firmware und winTFS-Anbindung prüfen |
| TM-m30II-S / -SL | Ja, integrierter microSD-Steckplatz | Ja, laut Epson drei USB-A-Ports | Ja | Direkter Anschluss am Drucker möglich |
| TM-m30III / -III-H | Ja, bei allen Epson-Modellen dieser Generation | Ja | Ja, bei allen Epson-Modellen dieser Generation | Direkter Anschluss am Drucker oder alternativ am Kassen-PC |
Wichtig: „USB-A vorhanden“ ist nicht gleichbedeutend mit „USB-TSE an diesem Port freigegeben“. Der Port kann außerdem durch Kundendisplay, WLAN-Adapter oder andere Peripherie belegt sein. Ein Lade-, Lightning-, USB-C- oder Serviceanschluss ist kein Ersatz für den freigegebenen USB-A-Datenport.
OT-UH30 und eingebaute microSD-TSE erkennen
Bei einem TM-m30 der ersten Generation oder einem Standard-TM-m30II kann die microSD-TSE in einem nachgerüsteten OT-UH30 Fiscal-Module/Upgrade-Kit sitzen. Der schwarze Hub steckt im USB-A-Port des Druckers und ist über seine Metalllasche mit einer Schraube an der Unterseite befestigt. Ein freier USB-A-Anschluss am Hub ist kein Nachweis dafür, dass dort eine USB-TSE betrieben werden darf.
Zweite Bauform: TSE direkt im TM-m30II/III

Bei den unterstützten Varianten TM-m30II-H, -NT, -S und -SL sowie bei allen TM-m30III-Modellen ist kein separater OT-UH30 für den TSE-Anschluss erforderlich:
- microSD-TSE: sitzt im dafür vorgesehenen integrierten Sonderzweck-Steckplatz.
- USB-TSE: wird direkt an einem freien, von Epson vorgesehenen USB-A-Datenport des Druckers angeschlossen.
- Wichtig: Ein weißer USB-A-Ladeanschluss ist nicht mit dem schwarzen USB-A-Datenport gleichzusetzen.
Vor dem Öffnen oder Wechseln immer das vollständige Suffix am Typenschild prüfen. Ein Standard-TM-m30II gehört nicht automatisch zu diesen integrierten Fiskalvarianten.
Servicegrenze: Epson bezeichnet den internen microSD-Steckplatz als Sonderzweck-Anschluss und verweist für Details auf qualifiziertes Servicepersonal. Wenn Typenschild, Einbauvariante, Befestigung oder Anschlussweg nicht eindeutig sind, den Ausbau abbrechen und den winTFS-/Epson-Service einbeziehen.
Modell vor Ort eindeutig erkennen
- Kassenbetrieb beenden und sicherstellen, dass kein Beleg und keine TSE-Transaktion mehr offen ist.
- Typenschild fotografieren: Auf der Unterseite bzw. am Gehäuse stehen die vollständige Bezeichnung, das Suffix und die Epson-Artikelnummer, die meist mit
C31beginnt. - Nicht nur auf die Front schauen: TM-m30, TM-m30II und TM-m30III sehen sich ähnlich. Entscheidend sind Angaben wie
TM-m30II-H,TM-m30II-NT,TM-m30II-S,TM-m30II-SLoderTM-m30III-H. - Anschlüsse dokumentieren: Foto der geöffneten Anschlussabdeckung, Anzahl freier USB-A-Ports, vorhandener microSD-Steckplatz bzw. OT-UH30-Hub und aktuell angeschlossene Peripherie.
- TSE-Daten sichern: Seriennummer, Zertifizierungs-ID, Inbetriebnahme, Ablaufdatum und aktueller Anschlussweg aus winTFS/TSE-Informationen dokumentieren.
Vor dem Austausch: Daten und Zustand sichern
Eine TSE ist kein gewöhnlicher Speicherstick. Die alte microSD-TSE darf nicht einfach herausgezogen, formatiert oder entsorgt werden.
- Wartungsfenster außerhalb des Verkaufs festlegen und alle beteiligten Kassenstationen beenden.
- In winTFS unter System → TSE Einstellungen → Funktionen prüfen, dass unter Started Transactions keine offene Transaktion mehr vorhanden ist.
- Über den bestehenden Epson-/winTFS-Weg einen vollständigen TSE-TAR-Export erstellen. Den Export in mindestens zwei geschützten Ablagen sichern und die Lesbarkeit prüfen.
- Zusätzlich einen aktuellen DSFinV-K-Export und die betriebliche Verfahrensdokumentation sichern. Der TSE-TAR-Export und der DSFinV-K-Export ersetzen einander nicht.
- Alte TSE-Seriennummer, letzte Transaktionsnummer, Exportzeitpunkt, Dateiname und Prüfsumme in einem Wechselprotokoll festhalten.
- Wenn die alte TSE noch erreichbar ist, jeden registrierten winTFS-Client kontrolliert über Deregister Client abmelden. Die alte TSE niemals zurücksetzen oder löschen.
Wenn Export oder Statusabfrage scheitern: Nicht weiter ausbauen und nicht experimentieren. Gerät, Fehlermeldung und LED-/Statusanzeige dokumentieren und den winTFS-Support einschalten. Eine abgelaufene TSE kann weiterhin aufbewahrungspflichtige Daten enthalten.
microSD-TSE ausbauen und USB-TSE anschließen
Der Hardwarewechsel beginnt erst, wenn der vollständige TSE-TAR-Export geprüft, alle offenen Transaktionen beendet und die alte TSE dokumentiert wurden. Die folgenden Schritte beschreiben den mechanischen Ablauf; die anschließende Initialisierung in winTFS bleibt ein eigener Arbeitsschritt.
A. Alte microSD-TSE und gegebenenfalls OT-UH30 ausbauen
- Alle Kassen beenden. winTFS an jeder registrierten Station vollständig schließen. Es darf keine offene TSE-Transaktion mehr vorhanden sein.
- Geräte geordnet herunterfahren. Drucker ausschalten, Kassen-PC herunterfahren und anschließend das Netzkabel des Druckernetzteils aus der Steckdose ziehen. Erst danach den 24-V-Stecker und weitere Leitungen lösen.
- Vorher-Foto anfertigen. Anschlussfach, Kabelwege, belegte Ports, Typenschild und Position des schwarzen OT-UH30 fotografieren. Kabel bei Bedarf beschriften.
- Hintere und untere Abdeckung abnehmen. Wie von Epson vorgesehen mit den Fingern in die Gehäuseöffnungen greifen und die Abdeckungen lösen. Keine Schraubendreher oder Metallwerkzeuge in Lüftungs- oder Anschlussöffnungen stecken.
- Kabel nur bei Bedarf abziehen. Immer am Steckergehäuse greifen, niemals am Kabel ziehen. Netzteil-, LAN-, USB- und Kassenschubladenkabel getrennt ablegen, damit sie später nicht vertauscht werden.
- OT-UH30 identifizieren. Der schwarze, ungefähr quadratische Hub steckt direkt im USB-A-Port des Druckers. Seine Metalllasche ist mit einer Schraube an der Unterseite des Druckers befestigt. Nicht mit einem normalen USB-Hub oder der eigentlichen USB-TSE verwechseln.
- microSD-TSE entriegeln. Nur bei stromlosem Drucker die Karte gerade und ohne Seitenkraft vorsichtig in den Steckplatz drücken, bis die Rastung löst. Danach die Karte an den Kanten gerade herausziehen. Nicht hebeln, nicht mit einer Zange greifen und die Kontakte nicht berühren.
- Ausbaulage festhalten. Beim Epson-OT-UH30 zeigt die bedruckte Seite der microSD-TSE beim Einsetzen nach oben. Vor dem Ablegen Seriennummer und Einbaurichtung fotografieren, ohne PINs oder Secrets aufzunehmen.
- Alte TSE sichern. Karte sofort in eine antistatische, beschriftete Schutzhülle legen und mit Kunde, Kasse, TSE-Seriennummer und Ausbaudatum kennzeichnen. Nicht formatieren, zurücksetzen oder entsorgen.
- OT-UH30 nur bei Außerbetriebnahme entfernen. Die Befestigungsschraube an der Unterseite lösen und aufbewahren. Den Hub am Kunststoffgehäuse fassen und gerade aus dem USB-A-Port ziehen. Nicht verkanten, am microSD-Schacht ziehen oder das Gehäuse öffnen.
B. Anschlussort der neuen USB-TSE wählen
- Druckermodell erneut abgleichen. Die vollständige Modell-/Artikelnummer entscheidet über den Anschlussweg – nicht die äußere Form und nicht allein das Vorhandensein eines USB-A-Ports.
- TM-m30II-H, -NT, -S, -SL und alle TM-m30III: Die USB-TSE darf nach aktueller Epson-Freigabe direkt an einem freien USB-A-Datenport des Druckers betrieben werden. Beim TM-m30II-H ist der schwarze USB-A-Port für Peripherie vorgesehen; der weiße USB-A-Ladeanschluss ist nicht automatisch der richtige TSE-Port.
- TM-m30, TM-m30F, Standard-TM-m30II mit OT-UH30 oder unklare Variante: Die USB-TSE am dauerhaft vorgesehenen USB-A-Datenport des Windows-Kassen-PCs anschließen. Den OT-UH30 nicht als Zwischenadapter für die USB-TSE verwenden.
- USB-TSE gerade einstecken. Stecker ohne Gewalt vollständig in den freigegebenen Port schieben. Keine passiven Hubs, Verlängerungen oder wechselnden Front-USB-Ports verwenden.
- Zug und Verwechslung verhindern. USB-TSE und Kabel so führen bzw. kennzeichnen, dass weder die Abdeckung noch andere Leitungen Druck auf das Modul ausüben und es nicht versehentlich abgezogen werden kann.
- Nicht parallel betreiben. Die alte microSD-TSE und die neue USB-TSE dürfen nicht gleichzeitig als aktive TSE desselben winTFS-Kassenprofils konfiguriert sein.
C. Drucker schließen und Hardware prüfen
- Alle zuvor gelösten Leitungen anhand des Vorher-Fotos wieder am richtigen Anschluss einstecken. Auf vollständig eingerastete Stecker achten.
- Hintere und untere Abdeckung wieder einsetzen. Kein Kabel darf eingeklemmt, stark geknickt oder über eine scharfe Gehäusekante geführt werden.
- Netzteil zuletzt verbinden, anschließend Drucker und Kassen-PC einschalten. Bei ungewöhnlichen LEDs, Geruch, Wärme oder Geräuschen sofort wieder ausschalten.
- Prüfen, ob Epson-Treiber, TSE-Middleware und gegebenenfalls Druckerfirmware die neue USB-TSE am vorgesehenen Anschluss erkennen. Erst dann mit der winTFS-Einrichtung fortfahren.
Nicht fortfahren, wenn: Die Karte klemmt, sich die Verriegelung nicht vollständig lösen lässt, der Hub beschädigt ist, ein Port nicht eindeutig bestimmt werden kann oder die neue USB-TSE nicht stabil erkannt wird. Keine Kontakte reinigen, keine TSE öffnen und keinen Anschluss durch Ausprobieren auswählen.
Neue USB-TSE in winTFS einrichten
Die folgenden administrativen Schritte dürfen nur durch eine berechtigte Person erfolgen. PINs, Secrets und Zugangsdaten gehören nicht in das Wechselprotokoll oder in Support-Screenshots.
- winTFS als Administrator öffnen und System → TSE Einstellungen aufrufen.
- Als Provider Epson wählen und den vom Epson-Treiber bzw. TSE-Helper bereitgestellten neuen Anschluss/Handle eintragen. Alte Statuswerte nicht als Nachweis für die neue TSE verwenden.
- Die neue TSE genau einmal über 1. TSE initialisieren in Betrieb nehmen. Danach 2. Register Secret und 3. Update Time 1st ausführen.
- Im Reiter Funktionen jede Kassenstation mit ihrer eindeutigen Client-ID über Register Client registrieren. Eine TSE kann mehrere Clients bedienen, jede Kasse muss aber eindeutig registriert sein.
- Self Test, Storage Info, Uhrzeit, Seriennummer und registrierte Clients prüfen. Die angezeigte Seriennummer muss zur neuen USB-TSE gehören.
- winTFS nach der Einrichtung vollständig neu starten. Den TSE-Modus erst nach erfolgreichem Verbindungs- und Selbsttest wieder für den Kassenbetrieb aktivieren.
- Eine kontrollierte Testbuchung nach betrieblichem Testverfahren durchführen. Auf dem Beleg neue TSE-Seriennummer, korrekte Zeit, Signaturdaten und gegebenenfalls QR-Code prüfen. Eine gebuchte Transaktion niemals löschen; falls nötig regulär stornieren.
- Zum Abschluss einen kleinen TSE-TAR-Testexport erstellen und das Ergebnis verifizieren. Erst danach den Kassenplatz freigeben.
Nach dem Wechsel dokumentieren
- Alte und neue TSE-Seriennummer, BSI-Zertifizierungs-ID, Bauform, Inbetriebnahme- und Wechselzeitpunkt dokumentieren.
- Typenschildfoto, Anschlussfoto, Exportnachweise, Testbeleg und Freigabeprotokoll zur Verfahrensdokumentation nehmen.
- Die alte TSE und ihre Datenexporte entsprechend der betrieblichen Aufbewahrungsvorgaben schützen; nicht wiederverwenden, formatieren oder voreilig entsorgen.
- Nach aktueller BMF-Auskunft besteht für den reinen Wechsel der TSE keine eigene Mitteilungspflicht. Die Unterlagen zum Austausch müssen aber im Betrieb vorliegen. Optional können die TSE-Angaben in Mein ELSTER aktualisiert werden; das unveränderte Kassensystem wird dabei nicht außer Betrieb und wieder in Betrieb genommen. Im Zweifel Steuerberatung einbeziehen.
Hersteller- und Behördenquellen
- Epson Deutschland: Fiskalisierung, aktuelle Kompatibilitätslisten für microSD- und USB-TSE
- Epson: OT-UH30 Benutzerhandbuch – Einbau, Befestigung und microSD-Ausrichtung
- Epson: TM-m30II-H Anschlüsse – schwarzer USB-A-Datenport, weißer Ladeanschluss und microSD-Steckplatz
- Epson Deutschland: TM-m30F – Anschlüsse und Fiskalhinweise
- Epson Deutschland: TM-m30II-H – USB-A und microSD-Steckplatz
- Epson Deutschland: TM-m30III – Anschlüsse
- Epson Deutschland: USB-TSE für Deutschland
- Bundesfinanzministerium: FAQ zum TSE-Wechsel und zur Mitteilungspflicht
- BSI TR-03153: Datenexport und Aufbewahrung der TSE-Daten

