Bedienungsanleitungen

Inventur bei laufendem Verkauf

Stand: 11.06.2026 15:08 Lesezeit: 10 min

Inventur durchführen, obwohl weiter verkauft wird: Stichtag, Abgangsrückstellung, Korrekturen, Notizen und Abschlussvarianten sauber unterscheiden.

Eine Inventur kann auch bei geöffnetem Geschäft vorbereitet und erfasst werden. Entscheidend sind Stichtag, Abgangsrückstellung und eine klare Dokumentation der Verkäufe während der Zählphase.

Grundregel

Die Inventur soll den Bestand zu einem bestimmten Stichtag abbilden. Wenn danach weiter verkauft wird, müssen diese Abgänge beim Abschluss richtig berücksichtigt oder manuell nachvollzogen werden.

Variante 1: Inventur beginnt nach dem Stichtag

Diese Variante ist typisch, wenn am 31.12. der Stichtag liegt und erst am 2. oder 3. Januar gezählt wird.

  1. Am Stichtag bzw. vor dem neuen Verkauf die Abgangsrückstellung im Lager durchführen.
  2. In winINV darauf achten, dass die Inventur die Abgänge nicht erneut auf 0 setzt.
  3. Neue Wareneingänge möglichst erst nach Abschluss der Inventur zubuchen.
  4. Verkäufe nach dem Stichtag sauber markieren, wenn der Artikel noch nicht gezählt wurde.
  5. Beim Abschluss werden Zählwerte und seit dem Stichtag angefallene Abgänge wieder plausibel zusammengeführt.

Beispiel

Ein Artikel wird mit 100 Stück gezählt. Nach dem Stichtag wurden 50 Stück verkauft. Der Stichtagsbestand bleibt 100, der aktuelle Lagerbestand liegt nach Verarbeitung der Verkäufe bei 50.

Variante 2: Inventur beginnt vor dem Stichtag

Diese Variante passt, wenn schon vor dem Stichtag gezählt wird und bis zum Stichtag noch Verkauf stattfindet.

  1. Vor Beginn keine Abgangsrückstellung im Lager ausführen.
  2. Artikel, die bereits gezählt wurden und danach verkauft werden, in der Inventur korrigieren.
  3. Kassenzettel, Warenausgangsliste oder Notiz als Nachweis aufbewahren.
  4. Beim Abschluss die Abgangsrückstellung über die Inventur bewusst verwenden, wenn diese Variante gewählt wurde.
  5. Nach Abschluss stimmen Lager und Inventur zum Übergabezeitpunkt überein.

Organisation im Laden

  • Regale, Vitrinen, Schütten und Lagerplätze in fester Reihenfolge zählen.
  • Bereiche markieren, die bereits erfasst wurden.
  • Bei Verkäufen aus noch nicht gezählten Bereichen eine Notiz anlegen.
  • Bei Verkäufen aus bereits gezählten Bereichen eine Korrektur in winINV erfassen.
  • Exportdateien regelmäßig sichern, besonders bei mehreren Arbeitsplätzen.

Was Sie vermeiden sollten

  • Keine Wareneingänge ungeplant in die laufende Inventur mischen.
  • Keine DFÜ oder automatischen Lagerabgleiche laufen lassen, wenn der Inventurstand dadurch unklar wird.
  • Keine mehrfachen Abschlüsse oder Rückstellungen auf Verdacht durchführen.
  • Keine Inventur ohne Export-/Sicherungskopie abschließen.

Kontrolle vor dem Abschluss

  1. Sind alle Verkaufsnotizen nachgetragen?
  2. Sind alle Wareneingänge bewusst verschoben oder korrekt behandelt?
  3. Stimmen die Summen der Erfassungsplätze?
  4. Liegt ein aktueller Export der Inventurdatei vor?
  5. Ist klar, ob Variante 1 oder Variante 2 verwendet wurde?
Quelle: tfs.de Archiv: invtipps.htm.